Der Corrado – Serienmäßig mit Hightech

The Corrado 16V G60 was developed in 1989 as a test vehicle.Er fuhr damals auch durchaus nobleren Sportwagen davon: der Corrado. Motorleistung, Straßenlage und Designelemente bildeten ein außerordentlich dynamisches Gesamtpaket. In diesem Jahr feiert der schnelle 2 + 2-Sitzer aus Osnabrück sein 30. Jubiläum. Wir zeigen, welche technischen Raffinessen und optischen Akzente auch heute noch in den Modellen von Volkswagen weiterleben. Im Bild: Gekonnter Wurf in Design und Technik: Zum ersten Mal in der Geschichte der Marke wurden die Stoßfänger in Wagenfarbe lackiert und die Kotflügel waren das erste CAD-Produktionsteil bei Volkswagen.


Ready for revolution: G-Lader und automatischer Heckflügel

Funktion des Heckspoilers im CorradoEin echter Volkssportler: Eigentlich als Nachfolger des Scirocco II geplant, performte der Corrado so gut, dass er dadurch automatisch im höheren Segment der Sportcoupés positioniert wurde. Besonders der Motor mit G-Lader, dessen Scrollverdichter die Leistung des 1,8-Liter-Vierzylinders erhöhte, brachte auf dem Prüfstand stolze 118 kW / 160 PS. Diese Leistung beschleunigte den Corrado auf satte 225 km/h Spitze. Zum Marktstart im Herbst 1988 war er damit der schnellste jemals in Serie produzierte Volkswagen.

Eine hohe Endgeschwindigkeit erfordert ausgeklügelte Aerodynamik: Ein technisches Highlight war sicherlich der bei Tempo 120 km/h automatisch ausfahrende Heckspoiler, der den Heckauftrieb um satte 64 Prozent reduzierte.

Die hintere „Windschaufel“ förderte perfektes Handling und als automatisch aus- und einfahrbares Bauteil ermöglichte sie im Alltag zum Beispiel leichteres Rangieren und Einparken. In der Volkswagen Geschichte ein echtes Novum! Erst wenige Monate später etablierte Porsche beim 911 einen Heckflügel mit ähnlich komplexer Funktionalität.

Corrado (1988)

Für perfektes Handling: Der bei Tempo 120 km/h automatisch ausfahrbare Heckspoiler erhöhte den Abtrieb auf der Hinterachse um bis zu 64 Prozent.

Der technisch ausgereifte Heckflügel des Corrado war Vorbild für den 911 (Baureihe 964).

Der technisch ausgereifte Heckflügel des Corrado war Vorbild für den 911 (Baureihe 964).

 

 

 

 

 

 

 

Volkswagen ArteonGenauso technisch ausgefeilt begeistert heute der Arteon – gerade beim Fahren. Besonders das markante Heckdesign mit integriertem Heckklappenspoiler sorgt nicht nur für außergewöhnliche Dynamik mit niedrigem cw-Wert, sondern ermöglicht auch einen großzügigen Zugang zum Kofferraum – eine weitere Parallele zum Corrado. Im Bild: Ausgeklügelte Aerodynamik: Der „Spirit“ des Corrado Heckflügels findet sich im integrierten Heckklappenspoiler des Arteon wieder.

Wow outside and inside – sportliches Design und klare Cockpit-Architektur

Die ansteigende Fensterlinie, die keilförmige C-Säule und eine fast lasziv anmutende Lichtkante an der Flanke machen den Corrado – auch heute noch – aus jedem Blickwinkel zum optischen Schmuckstück. Diese Optik war die Handschrift des langjährigen Volkswagen Chefdesigners Herbert Schäfer. Der Innenraum besitzt ein einerseits sportives Ambiente und andererseits ein klares und aufgeräumtes Cockpit. Es stammt teilweise aus dem damals brandneuen Passat B3, wodurch hochwertige Materialien den Corrado zierten.

Passat GT (1989)

Der Passat B3 stand Pate im Interieur: Die klare Cockpit-Architektur und die hochwertigen Materialien stammen zu Teilen aus dem Weltbestseller aus Emden.

Corrado Cockpit

Ergonomisch, komfortabel und sportlich: Dem Corrado gelang der Kompromiss zwischen Emotionalität und Alltagstauglichkeit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schöpfer des Corrado Interieurs war der ehemalige Interieur-Designer Wulf Rieger, der sich vom Bauhaus-Stil inspirieren ließ. Ein Jahr nach Erscheinen wurde der Innenraum einer Frischzellenkur unterzogen: Drucktasten ersetzten Kippschalter, die Mittelkonsole wurde neu gestaltet und die Türverkleidung optisch angepasst. Damit bot das auf höchstem Niveau fahrende Coupé einzigartigen Komfort, Ergonomie und Ausstattung. Dieser Wohlfühlansatz ließ Klassengrenzen schmelzen und ist bis heute – wie in allen Volkswagen Modellen – auch im Weltbestseller Passat zu finden.

Hervorragendes Handling: GTI-Gene im Plus-Fahrwerk

Golf GTI 16V (1985)

Das Fahrwerk des GTI II 16V war technische Basis für das Corrado Plus-Fahrwerk.

Damit das bullige Drehmoment auch optimal auf die Straße kam, machte nicht zuletzt das sogenannte Plus-Fahrwerk den Corrado zum Leistungssportler. Pate war die potenteste GTI-Variante: der 16V.

Für schnelle und präzise Gangwechsel sorgte das serienmäßige 5-Gang-Getriebe. Auf Höhe der Zeit war die technische Ausstattung, die unter anderem ABS, Servolenkung und höhenverstellbare Sportsitze umfasste. Sie sorgte dafür, dass der konstante Schub ohne Turboloch auch vom Piloten kontrollierbar war. Dazu konstatierte Prof. Dr. Carl H. Hahn, Volkswagen Vorstandvorsitzender von 1982 bis 1993, ihnen habe „eine Art neuer Karmann-Ghia, nur mit mehr Leistung, vorgeschwebt“.

Ebenso technisch kompromisslos ist heute der Golf R der siebten Generation. Mitverantwortlich dafür sind Systeme, wie die adaptive Fahrwerksregelung DCC, das Hochleistungs-Bremssystem sowie das Doppelkupplungsgetriebe (DSG).

Damit sind der Corrado und das Golf Topmodell „Performance-Brüder im Geiste“ – beide waren jeweils die schnellsten Volkswagen ihrer Zeit.

Very British: Sonderserie Corrado VR6 „Storm“

Sonderserie Corrado VR6 „Storm“

Die Sonderserie gab es 1995 nur in Großbritannien. Sie war auf 505 Exemplare limitiert.

Corrado ist hergeleitet von „correr“, dem spanischen Ausdruck für spurten, sprinten – Qualitäten, die besonders vom finalen VR6 geboten wurden. Zum Produktionsende 1995 erschien für Corrado Freunde die Sonderserie VR6 „Storm“. Sie war auf genau 505 Exemplare limitiert. Die exklusiv für den britischen Markt hergestellte Serie – natürlich ein Rechtslenker – gab es zur Hälfte in Mystic Blue mit schwarzen Ledersitzen sowie in Classic Green mit beigen Ledersitzen.

Serienmäßig stand er auf 15 Zoll großen BBS „Solitude“ Alurädern. Am Heck sowie am Schaltrahmen trägt der rare Corrado ein rotes „Storm“- anstelle eines Karmann-Emblems. Zum Einsatz kam das bereits 1991 als Topmotorisierung angebotene und verbaute VR6-Aggregat mit 2,9 Litern Hubraum und 140 kW/190 PS. Dadurch gelang der Sprint auf 100 km/h in unter sieben Sekunden.

Wie einst der Corrado: Auch der aktuelle Polo GTI schafft den Sprint auf 100 km/h in unter sieben Sekunden – mit DSG in exakt 6,7 Sekunden. Kraftstoffverbrauch in l/100 km: innerorts 7,7 / außerorts 4,9 / kombiniert 5,9; CO2-Emission kombiniert in g/km: 134; Effizienzklasse: C

Genauso dynamisch beschleunigt auch der aktuelle Polo GTI mit seinem 147 kW / 200 PS starken 2,0-Liter-TSI. Mit DSG sind aus dem Stand nach 6,7 Sekunden 100 km/h erreicht.

Der technische Geist des Corrado findet sich auch heute noch in vielen Volkswagen Modellen wieder. Besonders sein automatisch ausfahrender Heckspoiler und seine G-Lader-Technologie sorgten für Furore – und das nicht nur bei Sportwagenbegeisterten. Kein Wunder, dass der Corrado noch heute ein Highlight und inzwischen auch ein begehrter Youngtimer ist.

Technischer Geist des Corrados

Der technische Geist des Corrado fährt auch heute noch in vielen Volkswagen Modellen mit: angefangen beim Design des Arteon Heckspoilers über die klare Cockpit-Architektur im Passat sowie das dynamische Fahrwerk im Golf R bis hin zur sportlichen Performance im Polo GTI.



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