Motorölwechsel im Winter, darauf sollte geachtet werden

 

Ölstand kontrollieren

Abbildung 1: Eine regelmäßige Überprüfung des Ölstandes und der Ölbeschaffenheit im Motor ist wichtig. Veränderungen an Konsistenz und Farbe können ein erstes Indiz dafür sein, dass ein Ölwechsel durchgeführt werden muss. Im Winter gilt es dabei genau auf die Spezifikation des Öls zu achten.

Motoröl gilt als flüssiges Verschleißteil, das sich mit der Zeit abnützt. In regelmäßigen Intervallen sollte es daher gewechselt werden. In modernen Fahrzeugen erinnert eine Anzeige im Display daran, dass es nun an der Zeit ist, das Motorenöl zu wechseln. Auch der Kilometerstand zeigt an, dass das Fahrzeug frisches Öl braucht, allerdings sind die Kilometerspannen hier recht weit gefächert und abhängig vom jeweiligen Fahrzeug und der Fahrleistung.

Als Faustformel gilt: Etwa alle 15.000 – 30.000 Kilometer steht ein Ölwechsel an. Wenn diese Kilometerleistung im Winter erreicht ist, müssen bei der Wahl des Motorenöls einige Details beachtet werden, denn die kalten Temperaturen können sich auch auf die Arbeitsweise des Motoröls auswirken.


Die Wahl des richtigen Motoröls im Winter hat etwas mit der Konsistenz zu tun

Der Schlüssel zum Glück, um einen Motorölwechsel auch im Winter durchführen zu können, ist die Viskosität, die das Öl hat – und das hat einen einfachen Grund: Herkömmliches Motoröl hat in der kälteren Jahreszeit die Konsistenz von Honig.

Dickflüssig schiebt sich das Öl beim Anlassen durch die Pumpe, kann aber gar nicht überall dort hingelangen, wo Schmierstellen sind. Um diese Problematik zu umgehen und den Motorölwechsel auch im Winter zu ermöglichen, haben Motorölhersteller spezielle Additive entwickelt, die zweierlei können:

  1. Zum einen machen sie das Motoröl bei Kälte flüssig, so dass es durch die Pumpe überall dorthin gelangen kann, wo es schmieren soll.
  2. Zum anderen sind die Additive so gestrickt, dass sie auch bei Wärme nicht zu dünnflüssig werden – um schmieren zu können und nicht nur hin und her zu schwappen.

Die Dick- oder Dünnflüssigkeit von Motoröl hat einen direkten Einfluss auf den Motor. Dünnflüssiges Motorenöl gelangt gut dorthin, wo es schmieren soll und hat einen nur geringen Widerstand gegen Verformung.

Motoröl, das sehr dickflüssig ist, hat hingegen einen hohen Widerstand gegen Verformung, gelangt aber nur schwer dorthin, wo es arbeiten, wirken und schmieren soll. Dafür hält es größeren mechanischen Belastungen stand, was wiederum ein Vorteil von dickflüssigem Motorenöl ist.

Winter Strasse Sonnenschein

Abbildung 2: An Winterreifen denken die meisten Autofahrer – schließlich könnte es sogar eine Strafe geben, wenn sie auf glatter Fahrbahn ohne Winterreifen unterwegs sind. Dass auch beim Wechsel des Motoröls im Winter die Temperaturen zu beachten sind, daran denken nur wenige.

Nicht zu dick- und nicht zu dünnflüssig – diese Viskositätsklassen sind im Winter geeignet

Die Viskosität lässt sich auf dem Ölkanister oder auf der Plastikflasche schnell an der Zahl ablesen, die vor dem großen W steht, das im Übrigen anzeigt, dass das Motorenöl wintertauglich ist.

Die Zahl steht für die Fließfähigkeit des Öls; die Kategorisierung erfolgt seitens der Hersteller in sogenannten Viskositätsklassen. Diese zeigen an, bei welchen Temperaturen das Öl immer noch durch Pumpe und Motor gepumpt werden kann und seine Arbeit als Schmieröl gut verrichtet.

  • Motoröl mit der Bezeichnung 0W hat eine Grenzpumpentemperatur von -40°C. Hierunter fallen drei Arten von Motorölen: SAE OW-20 für den Temperaturbereich von -35°C bis 20°C, SAE OW-30 für den Temperaturbereich von -35°C bis 30°C und SAE OW-40 für den Temperaturbereich von -35°C bis 40°C.
  • Motoröl mit der Bezeichnung 5W hat eine Grenzpumpentemperatur von -35°C. Hierunter fallen drei Arten von Motorölen: SAE 5W-20 für den Temperaturbereich von -30°C bis 20°C, SAE 5W-30 für den Temperaturbereich von -30°C bis 30°C und SAE 5W-40 für den Temperaturbereich von -30°C bis 40°C.
  • Motoröl mit der Bezeichnung 10W hat eine Grenzpumpentemperatur von -30°C. Hierunter fallen vier Arten von Motorölen: SAE 10W-30 für den Temperaturbereich von -20°C bis 30°C, SAE 10W-40 für den Temperaturbereich von -20°C bis 40°C, SAE 10W-50 für den Temperaturbereich von -20°C bis 50°C und SAE 10W-60 für den Temperaturbereich von -20°C bis 55°C.
  • Motoröl mit der Bezeichnung 15W hat eine Grenzpumpentemperatur von -25°C. Hierunter fallen zwei Arten von Motorölen: SAE 15W-40 für den Temperaturbereich von -15°C bis 40°C und SAE 15W-50 für den Temperaturbereich von -15°C bis 50°C.
  • Motoröl mit der Bezeichnung 20W hat eine Grenzpumpentemperatur von -20°C. Hierunter fallen zwei Arten von Motorölen: SAE 20W-40 für den Temperaturbereich von 0°C bis 40°C und SAE 20W-50 für den Temperaturbereich von 0°C bis 50°C.

Ein umfangreiches Nachschlagewerk zu weiteren Klassifikationen und Spezifikationen von Motorenölen liefert diese Informationsschrift, die neben Viskositätsklassen auch Leistungsklassifikationen und -spezifikationen beinhaltet.

Die Viskosität variiert – das zeigt der Viskositätsindex an

Die Varianten, die ein Motoröl aufgrund von Temperatur, Druck und Belastung zeigt, verhelfen dem Öl zur jeweiligen Viskositätsklasse. Der Viskositätsindex hingegen gibt an, inwiefern die Viskosität sich ändert: Ein niedriger Index zeigt beispielsweise an, dass sich die Viskosität des Öls stark ändert.

Ein niedriger VI-Wert bedeutet also: Bei Wärme wird das Öl sehr dünnflüssig, bei Kälte bleibt es hingegen eher zähflüssig. Damit wird der Viskositätsindex zum Qualitätsmerkmal von Motorenöl. Als Richtwerte gelten diese Viskositätsindices:

  • Raffinierte Grundöle guter Qualität haben einen Viskositätsindex zwischen 90 und 100.
  • Synthetiköle (und Hydrocracköle) haben einen Viskositätsindex zwischen 110 und 150.

Dynamik und Einfluss von Motorenölen

Motorenöle sind einem ständigen Wechsel unterlegen. Im Betrieb verändern sich die Strukturen ihrer Molekülketten sowie die chemische Zusammensetzung. Das Resultat: Die Viskosität ändert sich. Sogenannte Mehrbereichsöle, die dafür gemacht sind, höhere Temperaturbereiche abzudecken, altern in der Folge schneller.

Zudem sollte bei der Wahl des Motorenöls abgewogen werden, dass ein Motorenöl mit höherer Viskosität den Kräften im Motorraum besser standhält, dafür aber buchstäblich im selben Atemzug für mehr Reibung sorgt – was jeder Fahrer selbst am höheren Spritverbrauch merken wird.

Abbildung 1: pixabay.com © skica911 (CC0 Public Domain)
Abbildung 2: pixabay.com © stux (CC0 Public Domain)


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