MPU – Wie bestehe ich sicher?

Wem in Deutschland die Fahrerlaubnis entzogen wurde, dem droht in vielen Fällen die sogenannte medizinisch-psychologische Untersuchung, im Volksmund besser als MPU oder auch „Idiotentest“ bekannt. Was es dabei zu beachten gilt und wie man die Untersuchung am besten besteht, ist hier zusammengefasst.

Gründe für die MPU

Auf vielen Tuning-Treffen ist die MPU ein beliebtes Gesprächsthema. Warum jemand vorgeladen wird, ist dabei aber nicht immer bekannt.

Die MPU erfolgt nicht willkürlich, sondern nach eindeutig festgelegten Kriterien. Dazu gehören unter anderem Alkoholfahrten mit mehr als 1,6 Promille Alkoholgehalt im Blut, Fahrten unter Drogeneinfluss und eine Punkteansammlung im Fahreignungsregister von mindestens acht Punkten. Neben den bundesweiten Regelungen gibt es innerhalb der Bundesländer auch Abweichungen. So wird in einigen Bundesländern die MPU bereits bei 1,1 Promille Alkoholgehalt im Blut angeordnet.


Wie läuft die MPU ab?

Betroffene erhalten eine Einladung mit genauem Datum und Uhrzeit für die Untersuchung. Der Ablauf gliedert sich in insgesamt vier Teile:

  1. Zunächst muss ein Fragebogen mit medizinischen Fragen und Fragen rund um die Führerscheinabnahme ausgefüllt werden. Dieser dient als Vorbereitung für das in weiterer Folge stattfindende Gespräch mit einem Arzt und einem Psychologen.
  2. Danach werden verschiedene individuelle Leistungstests durchgeführt. Im Rahmen dieser Tests werden unter anderem die Konzentrationsfähigkeit und die Reaktionsgeschwindigkeit überprüft.
  3. Im darauffolgenden ärztlichen Gespräch geht es vor allem um den Gesundheitszustand. Hier kommt es immer darauf an, warum jemand zur Untersuchung vorgeladen wurde. Geschah dies aufgrund der Einnahme von Alkohol oder Drogen, ist das Gespräch meistens umfangreicher als bei Geschwindigkeitsübertretungen oder anderen Verkehrsdelikten.
  4. Das abschließende Gespräch mit einem Psychologen ist der wichtigste Teil der Untersuchung. Dabei verschafft sich der Gutachter einen Eindruck, wie gut sich der Vorgeladene mit den Ursachen seiner Vorladung auseinandergesetzt hat und welche Konsequenzen er daraus ableitet.

Gezielte Vorbereitung auf die MPU

Wer sich Sorgen macht, dass er bei der MPU „durchfallen“ könnte, sollte im Vorfeld eine professionelle MPU Beratung in Anspruch nehmen. Die Beratung ist zwar nicht verpflichtend, dennoch raten auch offizielle Instanzen wie der ADAC oder der TÜV dazu. In den meisten Fällen läuft die Unterstützung dabei folgendermaßen ab:

  • Zu Beginn erfolgt ein kostenloses Erstgespräch mit einem Berater.
  • Gemeinsam wird ein Plan erarbeitet, wie die MPU bestanden werden kann.
  • Dabei können unterschiedliche Dienstleistungen wie Einzelgespräche, telefonische Beratung, Gruppen- und Intensivkurse und auch eine Last-Minute-Beratung in Anspruch genommen werden.
  • Auf Wunsch wird eine Probe-MPU durchgeführt, um ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie die Überprüfung am Tag X ablaufen wird. Bisherige Erfahrungen haben gezeigt, dass sich die Erfolgsquote vor allem dadurch deutlich erhöht.

Wenn der Termin schon sehr knapp ist und kein MPU-Berater in der Nähe ist …

Auch wer sich erst kurze Zeit vorher dazu entscheidet, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wird von guten Beratern nicht im Stich gelassen. In den meisten Fällen ist es möglich, einen Termin innerhalb einer Woche mit einem Spezialisten zu ergattern.

Wenn sich das gewünschte Beratungsunternehmen zu weit weg vom eigenen Wohnort befindet oder es berufsbedingt beziehungsweise familiär nicht möglich ist, vor Ort zu erscheinen, kann die MPU-Hilfe auch telefonisch in Anspruch genommen werden. Genau wie bei der Vor-Ort-Betreuung kann auch hier eine Einzelvorbereitung samt Probe-MPU durchgeführt werden.

Fazit: Gezielte Vorbereitung ist die halbe Miete!

Eine medizinisch-psychologische Untersuchung stellt für viele Menschen eine echte Ausnahmesituation dar. Vor allem bei Leuten, die unter Prüfungsangst leiden, steigt der Stresspegel massiv an, wenn sie an die MPU denken. Doch mit einer gezielten und punktgenauen Vorbereitung besteht dafür kein Grund. Die Berater haben viel Erfahrung und wissen deshalb, wie eine MPU abläuft. Sie stellen sich individuell auf die jeweilige Situation ein und helfen dabei, gut durch die Untersuchung zu kommen.

Auch die „Prüfer“ haben nicht im Sinn, die Aushändigung des Führerscheins aus nichtigen Gründen zu verweigern, sondern beurteilen einfach objektiv den jeweiligen Sachverhalt. Wer sich mit den Ursachen seiner Führerscheinabnahme ehrlich auseinandergesetzt hat, wird diesen Eindruck auch bei leichter Nervosität am Tag der Untersuchung vermitteln und braucht sich deshalb keine großen Sorgen zu machen.

Bild: RainerSturm / pixelio.de


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